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Vorstand Petra Schafroth
Im Esch 1
87509 Immenstadt-Stein
Datum: Juni 2010

Stellungnahme des Einzelhandels zur Umgehungsstrasse B308

Der Immenstädter Handel hat großes Verständnis für die Mitbürger die heute an den Einfallstraßen der Stadt unter dem Verkehrsaufkommen leiden und sich daher eine Umgehungsstraße wünschen. Die Einzelhändler befürchten allerdings gravierende Folgen für die Innenstadt und lehnen daher eine Umgehungstrasse zu den gegenwärtigen Bedingungen ab.

Die Erfahrungen aus anderen Kommunen (Landsberg, Isny etc.) zeigen deutlich, dass eine Umfahrung von Innenstädten automatisch zu einem erheblichen Frequenzverlust im Handel führt und somit zwangsläufig die Gefahr eines weiteren Einzelhandelsterbens erhöht wird. Diese Gefahr ist umso größer, je weiter eine Trasse von der Stadt entfernt ist. Sollte sich die Immenstädter Bevölkerung für eine Umgehungstrasse aussprechen, käme für den Immenstädter Handel nur eine Variante der „Stadtnahen Trasse“ in Betracht. Grundsätzlich sieht der Immenstädter Handel in allen drei Trassen aber mehr Gefahren als Chancen für die Innenstadt.

Impuls, als Vertretung von über 100 Händler und Gewerbetreibenden, hält es für zwingend notwendig, dass endlich wieder an einem generellen Konzept für die Innenstadt gearbeitet wird. Nachdem in den vergangenen Jahrzehnten immer mehr Verkaufsflächen an die Stadtränder verlegt wurden und dies heute erheblich zur Verkehrsproblematik in Immenstadt beiträgt, muss es nun wieder eine Konzentration der Kraftanstrengungen für die Innenstadt geben. Anfänge wurden mit der Sanierung einzelner Straßen getätigt, die dem Handel versprochene Sanierung der Bahnhofstrasse aber Jahr für Jahr verschoben. Auch der Versuch das Ärztehaus in die Innenstadt zu integrieren fand bei unseren Politikern in Stadt und Kreis wenig Gehör. Mit der Eröffnung des Ärztehauses am Immenstädter Klinikum werden wieder täglich Hunderte von Menschen aus der Innenstadt abgezogen und die Frequenz in den Straßen deutlich verringert. Ein Ausgleich für diesen Frequenzverlust ist nicht in Sicht.

Sollte die Stadt ein Interesse daran haben einen hochwertigen Einzelhandel in der Stadt zu erhalten, bzw. weitere Erfolg versprechende Geschäftsideen nach Immenstadt zu holen, halten wir folgende Punkte für unabdingbar.

  • konsequenter Ausbau des Tourismus, insbesondere Schaffung von hochwertigen Übernachtungsangeboten in Immenstadt.
  • Erhalt von Immenstadt als „Schulstadt“, sichergestellt durch das Übernehmen von Verantwortung für die Schulen durch die Stadt und eine Sanierung/Neubau der Gebäude.
  • Konsequente Nutzung von innerstädtischen Lösungen für die Verkehrsproblematik unabhängig davon, ob und welche Trasse letztendlich gewählt wird.
  • Erhalt/Ausbau des Arbeitsplatzangebots durch Bereitstellung von Gewerbeflächen und maßvollen Regelungen bei Gewerbe- und Grundsteuer.
  • Aktives Immobilienmanagement von Gebäuden in der Altstadt, da Immenstadt unter einem erheblichen Investitionsstau im Bereich von Geschäftshäusern im Zentrum leidet. Die Leerstände und die teilweise minderwertige Belegung von Verkaufsflächen führt Impuls weitgehend auf diese Ursache zurück.
  • Sanierung der noch nicht neu gestalteten Einkaufsstrassen.

Sollten sich die Immenstädter Bürger für eine Umgehung der Innenstadt aussprechen, käme für den Handel nur eine überarbeitete Version der Stadtnahen Trasse in Betracht. Bei der derzeitigen Planung dieser Trasse sehen wir allerdings immer noch erhebliche negative Auswirkungen für die Innenstadt. Aus unserer Sicht sollten folgende Punkte überdacht werden.

  • die jetzige Variante sieht nach dem Tunnelausgang in der Maxensruh eine Überquerung der Aach und dann eine Untertunnelung des Kreisel sowie eine Fortführung der Trasse in einer tiefer gelegten Wanne vor. Bei einer solchen Trassenführung bekäme der Verkehrsteilnehmer kaum etwas von der Stadt selber mit und wäre schon an der Stadt vorbei gefahren, bevor er überhaupt die Innenstadt registriert hat.
  • Eine generelle Verkehrslenkung aus Richtung Westen in die Stadt hinein wird vom Handel abgelehnt. Autofahrer die aus Norden und Osten die Stadt anfahren dürfen nicht erst and er Stadt vorbeigelenkt werden, um sie dann von „hinten“ wieder in Stadt zu leiten.
  • Die Trassenvariante muss durch ein ausführliches Parkkonzept ergänzt werden. Hierbei sollte die Schaffung von neuem Parkraum in die Überlegungen einbezogen werden, da sonst die Flächen im Westen der Stadt überbelegt werden, während die Tiefgarage am Klostergarten lehr stünde.
  • Eine Entscheidung für die Umgehung von Immenstadt darf nicht dazu führen, dass nicht an innerstädtischen Lösungen weiter gearbeitet wird. Der Handel hat dem Bürgermeister hierzu einige Vorschläge gemacht.

Abschließend ist festzuhalten, dass sich der Handel einer Umgehung der Stadt nicht verschließt, wenn die oben genannten Punkte zuvor umgesetzt werden. Hierbei müssen erste Dinge schleunigst umgesetzt werden. Nur Taten, nicht Worte helfen dem Handel weiter.

Im Namen von Impuls e. V.

Petra Schafroth
1. Vorstand