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"Die B308 - Umfahrung Immenstadt": ein Projekt für die Zukunft?
Dazu drei Anmerkungen:

  • Müssen wir heute eine Festlegung für die kommende Generation treffen? Soll die das nicht besser selber entscheiden nach den Bedingungen, die dann herrschen? Die Befürchtung der Befürworter ist, dass dann die Flächen verbaut sind, auf denen heute die Straße gebaut werden soll. Der Flächennutzungsplan für Immenstadt ist zur Zeit in Arbeit. Er bietet durchaus die Möglichkeit, Flächen als Vorbehaltsgebiete für den Straßenbau vorzusehen und so vor Bebauung zu schützen. "Auch nach einem möglichen Nein "will Bürgermeister Schaupp die Flächen für die Süd- und stadtnahe Trasse im (Flächen-)Nutzungsplan offenhalten."(AZ vom 30.6.2010)
  • Die Entscheidung für eine Umfahrung geht zur Zeit davon aus, dass in 20 Jahren der Bund das Geld für den Bau und die breite Bevölkerung - bei dann sicher massiv erhöhten Benzinpreisen - das Geld für einen Verkehr hat, wie wir ihn heute gewohnt sind. Sie geht auch davon aus, dass die Klimaprobleme dann noch CO2-Emissionen erlauben, die über das unverzichtbare Maß hinausgehen, das Elektroauto und seine Energieversorgung geregelt ist.... Es ist aber auch denkbar, dass Staatsverschuldung, Ölpreis, Klima und Bevölkerungsentwicklung dann das vorherrschende Problem sind und Individualverkehr nur noch eingeschränkt möglich ist. Da beide Szenarien vergleichbar spekulativ sind, muss auch für den ungünstigen Fall Vorsorge getroffen werden. Allein die für diesen Fall nötigen Maßnahmen (verbesserter ÖPNV, verkehrsreduzierende Siedlungsentwicklung...) können zu Reduktion der Verkehrsbelastung führen - schon bevor die Umfahrung gebaut wird - und bei Erfolg den Straßenbau evtl. überflüssig machen.
  • Der Bund kann durchaus Mittel zur Verfügung stellen, um die Situation an innerörtlichen Strecken von Bundesstraßen zu bessern. Er kann das aber nicht, solange der Bau dieser Bundesstraße Beschluss per Gesetz ist (Bundesfernstraßenausbaugesetz). Diese Mittel stehen erst zur Verfügung, wenn die B308 aus dem Bundesverkehrswegeplan gestrichen ist. Dann bestehen neue Möglichkeiten für innerstädtische Maßnahmen.

Rolf Grebenstein