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Bund Naturschutz

BN fordert Allgäu-Bahn statt Straßenbau

Der Bund Naturschutz fordert die Bürger Immenstadts auf, die ca. 80 Mio. Euro teure B308-Umfahrung Immenstadt beim Bürgerentscheid am 4. Juni 2010 abzulehnen. „Der zu erwartende Nutzen des Projekts rechtfertigt nicht die hohen finanziellen Kosten für die Steuerzahler sowie die je nach Trassenvariante zum Teil massiven Eingriffen in die Urlaubslandschaft Immenstadt-Kleiner Alpsee-Großer Alpsee“, so Thomas Frey, BN-Regionalreferent für Schwaben. Die mit über 24.000 Pkws am stärksten belastete Durchgangsstraße Immenstadts, die Sonthofener Straße, wird durch alle vorgestellten Trassenvarianten für die Anwohner nicht spürbar entlastet.

„Stattdessen fordern wir den Landkreis Oberallgäu, die Stadt Kempten und die Immenstädter Lokalpolitik auf, sich für das Konzept Regionalbahn-Allgäu einzusetzen, das in einer Machbarkeitsstudie aus dem Jahr 2000 positiv beurteilt wurde“, erklärt der stv. Vorsitzende der BN-Kreisgruppe Kempten-Oberallgäu Ralf Wiedemann.
Bereits seit 1965 wird um eine Umfahrung von Immenstadt gerungen. Auf Grund des massiven Landschaftseingriffes in eine der attraktivsten Ferienregionen Bayerns konnte das Straßenbauprojekt durch den jahrelangen Einsatz des Bundes Naturschutz und der Schutzgemeinschaft Ferienregion Großer und Kleiner Alpsee bisher verhindert werden.
Bei dem Bürgerentscheid am 4. Juli 2010 sollen die Einwohner Immenstadts nun darüber abstimmen, ob sich die Stadt weiterhin für eine Umfahrung von Immenstadt einsetzen soll. Stimmen die Bürger mit Nein, werden dem Projekt keine Chancen auf Realisierung mehr eingeräumt.
Stimmen die Bürger mit Ja, stehen 3 Trassenvarianten zur Auswahl. „Aus Sicht des Naturschutzes sind die Nord- und Südtrasse nicht akzeptabel, die stadtnahe Trasse wäre der geringste Eingriff“, so Rolf Grebenstein, Vorsitzender der BN-Ortsgruppe Immenstadt.
Um eine für die Anwohner spürbare Straßenlärmentlastung zu bewirken, muss eine Lärmreduktion um mindestens drei Dezibel erreicht werden. Dies ist normalerweise bei einer Halbierung des Verkehrs der Fall. Auf der am meisten belasteten Hauptdurchgangsstraße (Sonthofener Straße) wird ein solcher Wert massiv verfehlt. Prognosen gehen hier von einer Verkehrsreduktion um nur ca. 13% aus. Eine bessere Entlastung ist auf zwei anderen Ausfallstraßen (Kemptener- und Julius-Kunert-Straße) zu erwarten.
Der Bund Naturschutz geht aber davon aus, dass die Verkehrsleistung, also die im Stadtgebiet insgesamt gefahrenen Kilometer durch den Straßenbau zunehmen wird.

Alternative Allgäu-Bahn

Als umweltfreundliche Alternative setzt sich der Bund Naturschutz für die Realisierung des Regionalbahn-Allgäu Konzeptes ein. Die Umsetzung dieses Konzeptes kam nach Ausarbeitung einer Machbarkeitsstudie im Jahr 2000 in den vergangenen Jahren mangels politischen Willens leider nicht voran. Für die Kosten der Umgehungsstraße wäre ein attraktives Regionalbahnnetz für die ganze Region zu haben. Mit neuen Bahnhöfen, einem 20 - 30 Min. Takt und modernen Fahrzeugen könnten allein auf der Strecke Kempten-Oberstdorf täglich mindestens zwischen 14.000 und 28.000 Autokilometer eingespart werden. Gerade Immenstadt würde massiv von den eingesparten Autofahrten profitieren. Eine Machbarkeitsstudie für die Strecke im Jahr 2000 kam zu einem positiven Kosten-Nutzen-Verhältnis. Damit wäre das Projekt förderfähig. Am attraktivsten und verkehrswirksamsten wäre eine Realisierung auf allen Regionalbahnstrecken im ganzen Allgäu. Die Allgäuer Landkreise und Städte sind aufgefordert die Umsetzung dieses Konzeptes anzugehen anstatt auf überteuerte Straßenbauprojekte mit wenig Entlastungsfunktionen zu setzen.